Quittung
Kurz erklärt
Eine Quittung ist die schriftliche Bestätigung, dass eine Zahlung erfolgt ist. In der Schweiz muss sie mindestens Datum, Betrag, Zahlungsgrund sowie Name von Zahler und Empfänger enthalten; die Unterschrift des Empfängers macht sie beweiskräftig. Als Buchhaltungsbeleg musst du Quittungen 10 Jahre aufbewahren.
Was ist eine Quittung?
Eine Quittung (auch Empfangsbestätigung oder Zahlungsbestätigung) dokumentiert, dass Geld tatsächlich geflossen ist. Sie ist das Gegenstück zur Rechnung: Die Rechnung fordert eine Zahlung, die Quittung bestätigt sie. Rechtlich stützt sich der Anspruch auf eine Quittung auf Art. 88 OR — wer bezahlt, darf vom Empfänger eine Quittung verlangen.
Im Alltag begegnet dir die Quittung in zwei Formen:
- Kassenbon oder Beleg aus einem System — automatisch erstellt, ohne Unterschrift
- Handschriftliche oder formlose Quittung — etwa bei Barzahlungen zwischen Privatpersonen und Firmen, mit Unterschrift des Empfängers
Für deine Buchhaltung zählt die Quittung als Beleg. Ohne Beleg keine Buchung — das gilt auch für die einfache Milchbüchleinrechnung.
Pflichtangaben: Das gehört auf eine Quittung
| Angabe | Pflicht? | Beispiel |
|---|---|---|
| Datum der Zahlung | Ja | 02.07.2026 |
| Betrag in CHF (Zahl und idealerweise ausgeschrieben) | Ja | CHF 350.00 (dreihundertfünfzig) |
| Zahlungsgrund / Leistung | Ja | «Anzahlung Webdesign-Projekt» |
| Name des Zahlers | Ja | Muster GmbH, Zürich |
| Name des Zahlungsempfängers | Ja | Lea Beispiel, Grafikerin |
| Unterschrift des Empfängers | Für Beweiskraft ja | — |
| Zahlungsart (bar, TWINT, Karte) | Empfohlen | «bar erhalten» |
| MWST-Nummer, Satz und Steuerbetrag | Nur bei MWST-Pflicht | CHE-123.456.789 MWST, 8.1 % |
Bist du MWST-pflichtig und dein Kunde will die Vorsteuer abziehen, gelten faktisch dieselben Anforderungen wie an eine Rechnung. Welche das sind, liest du im Ratgeber Pflichtangaben auf Schweizer Rechnungen.
Quittung Vorlage zum Kopieren
Diese Vorlage kannst du direkt übernehmen und ausfüllen:
QUITTUNG
Quittungs-Nr.: 2026-014
Datum: 02.07.2026
Erhalten von: Muster GmbH, Bahnhofstrasse 1, 8001 Zürich
Betrag: CHF 350.00
in Worten: dreihundertfünfzig Franken 00/100
Für: Anzahlung Logo-Design gemäss Offerte Nr. 2026-08
Zahlungsart: Barzahlung
Empfänger: Lea Beispiel, Beispielweg 5, 3011 Bern
MWST: nicht MWST-pflichtig (Umsatz unter CHF 100'000)
Ort, Datum: Bern, 02.07.2026
Unterschrift Empfängerin: ______________________
Erstelle die Quittung im Doppel: ein Exemplar für den Zahler, eines für deine Ablage. Nummeriere fortlaufend — so bleibt deine Belegablage lückenlos nachvollziehbar.
Die Quittung in der Praxis
Ein Beispiel aus dem Freelancer-Alltag: Du bist selbständige Fotografin und verlangst für ein Hochzeitsshooting CHF 1'800. Das Paar zahlt CHF 500 in bar an — den Rest nach Lieferung per Überweisung. Für die Baranzahlung stellst du sofort eine Quittung aus. Ohne sie hättest du bei einer Steuerkontrolle CHF 500 Einnahmen ohne Beleg — und dein Kunde keinen Nachweis der Anzahlung.
Für die Restzahlung per Bank brauchst du keine separate Quittung: Der Kontoauszug dokumentiert den Zahlungseingang. Quittungen sind vor allem bei Barzahlungen und TWINT-Zahlungen ohne Geschäftskonto wichtig, weil dort sonst jeder Nachweis fehlt. Führst du regelmässig Barzahlungen, gehört zusätzlich ein Kassenbuch dazu.
Moderne Rechnungstools nehmen dir das Ausstellen ab: Du markierst eine Rechnung als «bar bezahlt» und generierst daraus die Zahlungsbestätigung. Welche Tools das für Schweizer Verhältnisse sauber lösen, zeigt unsere Übersicht der besten Rechnungssoftware der Schweiz.
Häufige Fehler
- Keine Quittung bei Barzahlung ausstellen. Genau diese Zahlungen kann später niemand mehr rekonstruieren.
- Betrag nur als Zahl notieren. Der ausgeschriebene Betrag schützt vor nachträglichen Manipulationen und Streit.
- Zahlungsgrund weglassen. «CHF 350 erhalten» ohne Kontext ist buchhalterisch kaum zuzuordnen.
- Quittungen lose sammeln und nach einem Jahr entsorgen. Es gilt die 10-jährige Aufbewahrungspflicht — mehr dazu im Eintrag Belege.
- Thermopapier-Bons ungesichert ablegen. Kassenbons verblassen. Fotografiere oder scanne sie zeitnah.
Was das für dich bedeutet
Als Gründer oder Freelancer brauchst du keine teure Lösung, um korrekte Quittungen auszustellen — die Vorlage oben reicht formell aus. Entscheidend ist die Disziplin: jede Barzahlung sofort quittieren, fortlaufend nummerieren, Kopie behalten, 10 Jahre aufbewahren. Sobald das Volumen wächst, lohnt sich Software, die Rechnung, Zahlungsbestätigung und Ablage in einem Schritt erledigt. Einen guten Einstieg in den gesamten Prozess bietet der Leitfaden Rechnung schreiben in der Schweiz.
Häufige Fragen
Verwandte Begriffe