Auslandzahlungen·

Geld aus dem Ausland erhalten: IBAN, Gebühren und der saubere Weg ins Schweizer Konto

Wie Freelancer Honorare aus dem Ausland empfangen: SEPA, Währungen, Transfer-Gebühren, Sonderkonten wie Wise oder Revolut und die MWST-Fragen im Überblick.

Kunde in Deutschland, Auftraggeber in den USA, Plattform in Holland – für viele Schweizer Freelancer kommt ein Grossteil des Umsatzes aus dem Ausland. Technisch ist das kein Problem. Kosten, MWST-Fragen und Zuordnung zur Buchhaltung aber schon. Hier der Überblick, was wirklich zählt.

Die Grundfrage: In welcher Währung fakturierst du?

Zwei saubere Varianten:

  1. In CHF fakturieren: Du trägst kein Wechselkursrisiko, der Kunde zahlt wie jede andere Rechnung. Nachteil: Ausländische Kunden müssen umrechnen und zahlen eventuell eigene Gebühren.
  2. In EUR/USD fakturieren: Dem Kunden entgegenkommen, aber dein Konto muss die Währung halten oder günstig wechseln können.

Faustregel: Kleinere Beträge und Privatkunden in CHF, Grosskunden und Plattformen in deren Währung, wenn dein Konto multiwährungsfähig aufgestellt ist.

SEPA: der Standard für Europa

SEPA-Überweisungen aus dem europäischen Ausland auf ein Schweizer CHF- oder EUR-Konto funktionieren seit Jahren reibungslos:

  • IBAN genügt: Die Schweizer IBAN (21 Stellen, CH...) ist SEPA-fähig.
  • Kosten: In der Regel niedrig; viele Banken berechnen für den Eingang aus dem Ausland eine kleine Gebühr (CHF 1–5), bei EUR-Konten oft keine.
  • Dauer: 1–2 Werktage.

Für wiederkehrende Auslandkunden lohnt sich ein EUR-Konto bei deiner Hausbank oder eine Multiwährungs-Lösung – dazu gleich mehr.

Die Kostenfalle: Wechselkurs und Transfergebühren

Der sichtbare Betrag (Gebühr pro Transfer) ist oft der kleinere Teil. Der grössere Teil verschwindet im Wechselkurs-Aufschlag:

WegTypische Kosten
Schweizer Bank, USD-Eingang, Umtausch in CHF1–2 % Kursaufschlag plus CHF 5–15 Gebühr
EUR-Konto bei der Bankoft gebührenfrei im SEPA-Raum
Wise / Revolut / Boundary0.4–1 % Gesamtkosten, tagesnaher Kurs

Bei CHF 50'000 Auslandsumsatz im Jahr kostet der falsche Kanal schnell CHF 1'000. Die Reviews zu Wise Business und Revolut Business zeigen, für welche Profile sich diese Konten lohnen.

MWST bei Auslandskunden: kurz und wichtig

  • Auslandkunde, Leistung im Ausland konsumiert: Du fakturierst ohne Schweizer MWST (Steuerbarkeit am Leistungsort, Art. 7/8 MWSTG) – mit Vermerk wie «MWST-frei, Leistungsort Deutschland (Art. 8 MWSTG)».
  • Kunde im Ausland, Leistung in der Schweiz konsumiert: normal MWST-pflichtig.
  • Export von Waren: 0 %-Satz mit Nachweis.

Wie du diese Fälle in der Abrechnung richtig meldest (Ziffern 200er/400er Felder), erklärt der Ratgeber zur MWST-Anmeldung. Die Details zur Steuerbefreiung bei Auslandleistungen fasst auch der Beitrag zur MWST für Selbständige zusammen.

Die Buchhaltung: Zuordnung muss stimmen

Auslandzahlungen haben drei Eigenheiten, die die Zuordnung erschweren:

  1. Abweichende Beträge: Gebühren werden oft vom Betrag abgezogen – die Zahlung stimmt nicht mehr exakt mit der Rechnung überein. Buchhalterisch buchst du die Differenz als Bankspesen.
  2. Fremde Absendernamen: Der Zahlungseingang zeigt den Namen der Plattform oder eines Zahlungsdienstleisters – die Rechnungsreferenz (QR-Referenz funktioniert nur im CH-Zahlungsverkehr; im Ausland nutzt du die Rechnungsnummer als Verwendungszweck) hilft.
  3. Kursumrechnung: Bei EUR/USD-Rechnungen muss der CHF-Betrag zum Kursdatum in die Buchhaltung – gute Software erledigt das automatisch.

Welche Tools Eingänge sauber zuordnen, zeigt die Bestenliste Geschäftskonten für Freelancer.

Praktischer Setup-Vorschlag

  1. CHF-Geschäftskonto als Basis (alle Schweizer Kunden).
  2. EUR-Konto oder Multiwährungsanbieter für europäische Kunden – verglichen in den Reviews zu Wise und Revolut.
  3. Rechnungen mit klarem Verwendungszweck: «Invoice 2026-041» – die Zuordnung klappt dann auch ohne QR-Referenz.
  4. Monatlicher Abgleich der Auslandkonto-Auszüge mit der Buchhaltung.
  5. Rechnungen ins Ausland korrekt formulieren: ohne Schweizer MWST bei Leistungsort Ausland – Vorlagen für mehrsprachige Rechnungen bietet rechnungslösungen.ch.

Fazit

Auslandshonorare sind Routine – solange Währung, Gebühren und MWST-Vermerk von Anfang an stimmen. Wer in CHF denkt, in EUR flexibel ist und die Kurskosten kennt, behält vom internationalen Umsatz auch wirklich etwas übrig.