Gründung·

Firma gründen in der Schweiz: Alle Kosten im Überblick 2026

Firma gründen Schweiz Kosten 2026: Einzelfirma, GmbH und AG im Vergleich mit Gründungskosten, Stammkapital, Handelsregister und Zeitaufwand.

«Firma gründen Schweiz Kosten» ist eine der wichtigsten Fragen für neue Unternehmer. Zu Recht. Viele unterschätzen nicht nur die formalen Gründungskosten, sondern auch den laufenden Aufwand rund um Konto, Software, Buchhaltung und MWST. Wer sauber plant, spart nicht zwingend an der falschen Stelle und vermeidet teure Umwege im ersten Jahr.

Dieser Überblick zeigt, welche Kosten bei Einzelfirma, GmbH und AG typischerweise auf Gründer zukommen. Er ersetzt keine kantonale Offerte oder individuelle Beratung, gibt dir aber einen belastbaren Rahmen für die Planung.

Die Grundfrage: Welche Rechtsform willst du überhaupt?

Die Kosten hängen in erster Linie von der Rechtsform ab. Der Unterschied zwischen Einzelfirma und GmbH ist erheblich, und bei der AG ist die Hürde nochmals deutlich höher.

Einen direkten Vergleich der praktischen Unterschiede findest du im Artikel Einzelfirma oder GmbH in der Schweiz.

Kostenvergleich auf einen Blick

RechtsformFormale GründungskostenKapitalbedarfTypischer Aufwand
Einzelfirmaoft sehr tief, bei kleinem Start fast gegen nullkein Mindestkapitalschnell und pragmatisch
GmbHNotar, Handelsregister und FormalitätenCHF 20'000 Stammkapitaldeutlich strukturierter
AGhöhere Gründungskosten und formaler AufwandCHF 100'000 Aktienkapital, davon mindestens CHF 50'000 liberierteher für grössere Vorhaben

Einzelfirma gründen: die günstigste Variante

Für viele Selbständige ist die Einzelfirma der günstigste Weg in die Selbständigkeit. Es gibt kein gesetzliches Mindestkapital, und solange kein obligatorischer Handelsregistereintrag nötig ist, bleiben die direkten Gründungskosten sehr tief.

Praktisch heisst das:

  • kein Stammkapital
  • keine Notarkosten
  • bei kleinem Start oft nur geringe Nebenkosten

Das macht die Einzelfirma besonders attraktiv für Freelancer, Berater, Solo-Dienstleister und Nebenprojekte. «Fast kostenlos» ist deshalb nicht ganz falsch, solange du die eigentliche Geschäftsinfrastruktur nicht vergisst.

Diese Kosten fallen bei der Einzelfirma trotzdem an

Auch wenn die formale Gründung günstig ist, brauchst du meist Budget für:

  • Geschäftskonto
  • Domain und Website
  • Rechnungs- oder Buchhaltungssoftware
  • Versicherungen je nach Tätigkeit
  • allenfalls freiwilligen Handelsregistereintrag

Wer die Einzelfirma zu knapp plant, spart an Stellen, die später operative Probleme schaffen. Besonders bei Software lohnt sich ein sauberer Start. Dazu passen unsere Übersichten Beste Rechnungssoftware in der Schweiz und Beste Buchhaltungssoftware für Freiberufler.

GmbH gründen: welche Kosten realistisch sind

Die GmbH ist in der Schweiz deutlich teurer in der Gründung als die Einzelfirma. Die zentralen Positionen sind:

  • Stammkapital von CHF 20'000
  • Notarkosten von grob CHF 500 bis CHF 1'000
  • Handelsregistergebühren
  • allfällige weitere Gebühren für Beglaubigungen oder Dokumente

Die genaue Höhe hängt von Kanton, Notariat und konkretem Ablauf ab. Der wichtigste Punkt ist aber: Das Stammkapital ist keine Gebühr, sondern Gesellschaftskapital. Es gehört nach der Gründung der GmbH und kann betrieblich verwendet werden. Trotzdem musst du es am Anfang verfügbar haben.

AG gründen: meist nur für grössere Vorhaben sinnvoll

Die AG ist für die meisten kleinen Gründer-Setups nicht die erste Wahl. Das liegt primär am Kapitalbedarf. Das Aktienkapital beträgt CHF 100'000, wobei mindestens CHF 50'000 liberiert werden müssen. Dazu kommen höhere formale und organisatorische Anforderungen.

Für Freelancer oder klassische Solo-Gründungen ist die AG deshalb selten der sinnvollste Einstieg. Relevant wird sie eher bei grösseren Wachstumsplänen, mehreren Beteiligten oder Kapitalfragen.

Die oft vergessenen Startkosten neben der Gründung

Wer nur auf Notar- und Registerkosten schaut, plant zu kurz. Im ersten Jahr spielen oft diese Positionen stärker hinein:

  • Software für Rechnung, Buchhaltung oder Zeit
  • Geschäftskonto und Zahlungsverkehr
  • Logo, Website, Branding
  • Marketing und Akquise
  • Treuhand oder Beratung

Diese Kosten können je nach Geschäftsmodell höher sein als die eigentliche Gründung. Ein Beispiel: Eine günstige Einzelfirma mit chaotischem Setup kann im ersten Jahr teurer werden als eine sauber geplante GmbH mit klaren Prozessen.

Zeitaufwand: ebenfalls ein echter Kostenfaktor

Kosten sind nicht nur Gebühren. Gerade Gründer unterschätzen den eigenen Zeitaufwand.

Einzelfirma

Die Einzelfirma lässt sich relativ schnell aufsetzen. Wenn kein komplexer Registerprozess nötig ist, ist sie organisatorisch deutlich schlanker.

GmbH

Die GmbH braucht mehr Vorbereitung:

  • Name und Struktur festlegen
  • Gründungsdokumente vorbereiten
  • Notartermin organisieren
  • Kapitalprozess klären
  • Handelsregistereintrag abwickeln

Das ist kein Problem, aber eben mehr als ein kurzer Formakt.

Wann der Handelsregistereintrag Kosten auslöst

Beim Thema Handelsregister gilt:

  • GmbH und AG brauchen immer einen Eintrag
  • bei der Einzelfirma wird er ab Jahresumsatz über CHF 100'000 obligatorisch
  • darunter ist er freiwillig

Die Gebühren liegen je nach Fall grob im Bereich von einigen hundert Franken. Den Detailüberblick dazu findest du in Handelsregistereintrag in der Schweiz: Wann nötig, Kosten und Ablauf.

Kosten nach der Gründung: laufende Realität

Die richtige Rechtsform entscheidet nicht nur über die Startkosten, sondern auch über die laufende Organisation.

Eine Einzelfirma ist meist günstiger und einfacher. Eine GmbH bringt mehr Struktur, aber auch mehr formalen Unterhalt. Dazu kommen je nach Umsatz und Wachstum:

  • MWST-Anmeldung und Abrechnung
  • professionelleres Buchhaltungssetup
  • Treuhandkosten
  • höhere Anforderungen an Prozesse und Dokumentation

Sobald du Richtung CHF 100'000 Umsatz gehst, werden MWST-Anmeldung und Handelsregister besonders relevant.

Unser pragmatisches Fazit

Wenn du mit wenig Risiko und überschaubarem Setup startest, ist die Einzelfirma finanziell fast immer der günstigste Weg. Wenn du bewusster strukturiert aufbauen, Haftung trennen oder mit Partnern arbeiten willst, ist die GmbH die häufige nächste Stufe. Die AG ist in der Regel nur für grössere oder kapitalintensivere Vorhaben sinnvoll.

Die bessere Entscheidung ist nicht automatisch die billigste. Sie ist jene, die zu deinem Risiko, deinem Kapital und deinem realen Aufbau passt. Lies als Nächstes: